Dienstag, 19.08.2003 21:44
FILMKRITIK: Gattaca


Eine Filmkritik von Totto



Wie schnell ist Fiktion Realität?

von Totto

Gattaca ist ein Science Fiction Film der Sonderklasse: An der Kinokasse gefloppt, entwickelt er sich langsam im Videobereich zum Kultstatus.

Ich würde diesen Film mit Matrix und Dark City vergleichen.

Doch Vorsicht - GATTACA kommt ohne die Actionsequenzen einer Matrix und deren herausragenden Specialeffects aus, auch ist dieser Film nicht so düster gezeichnet, wie Dark City und Matrix.

Düster und bedrohlich kommt GATTACA trotzdem, allein aufgrund seiner Story daher:

-In einer Zukunft, in der der menschliche Nachwuchs durch Genselektion zu einer Superrasse mutiert, haben die herkömmlich gezeugten Humanoide einen schweren Stand. Sie bilden die unterprivilegierte Klasse ohne nennenswerte Rechte und Möglichkeiten.-

Dieses Szenario wirkt bedrohlich und ist aufgrund der immensen Fortschritte in der Biotechnologie zu einer realitätsnahen Fiktion geworden.

-In diese Welt der Superklone dringt ein Gottgeborener ein, um sich seinen absoluten Wunschtraum zu erfüllen: Einmal an einer Raummission teilzunehmen. Trotz seiner gut durchdachten Tarnung muß er immer wieder um Entdeckung fürchten.-

Dieser Film ist gelungen inszeniert und mit Ethan Hawke und Uma Thurman in den Hauptrollen überzeugend besetzt.

Trotz der interessanten Story hätte ich mir aber eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der neuen Rassenausbildung vorstellen können. Wie stellt sich das Alltagsleben von normalen und genetisch gezeugten Menschen dar? Wird das Wahlsystem geändert? Werden Gesetze nur noch auf die neue Superrasse angewandt und das alte, ausgediente Modell Mensch in einen rechtsfreien Raum gedrängt?

Einen leisen Unterton an herrschende Zustände kann man in der Passage der geltenden "Anti-Diskriminierungs- Gesetze", wonach kein gezeugter Humanoid benachteiligt werden darf, erkennen. Die Realität sieht in dieser Zukunft nämlich ganz anders aus.

Und wer sich schon mal für eine Zukunft orientieren will, in der als "Einstellungsgespräch" ein einfacher Urintest ausreicht, sollte jetzt schnell den Film anschauen...

++++++++++UPDATE++++++++++++++++++++++++++++

Wie ich kürzlich im Internet lesen mußte, sind einige Wissenschaftler bereits kurz davor, Menschen zu klonen!!!

Sie äußerten, es sei nichts verwerfliches, zeugungsunfähigen Paaren zu Nachwuchs unter Verwendung der Technik des Klonens zu verhelfen. Die moralische Diskussion sei nicht in Ihrer Verantwortung, sie werden nur getrieben von dem Geist des technischen Fortschrittes.

*Vielleicht sollten wir denen mal je eine Filmkopie zukommen lassen?*

Sicher gibt es an dieser Stelle noch etliche moralische und rechliche Fragen zu klären, bei denen jeder einzelne auf diesem Planeten eine gewisse Verantwortung trägt, also auch der Wissenschaftler, der diese zur Verfügung stehende Technik anwendet. Aber vor diesem Problem stand die Wissenschaft ja auch schon häufiger, wenn auch bei weit weniger dramatischen Entwicklungen, wie zum Beispiel dem Fernsehen.

© 2000, 2001 Totto





 

Jetzt gleich bestellen:

Suchen in:
Suchbegriffe:
In Partnerschaft mit Amazon.de