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REVIEW
    
Donnerstag, 28.09.2006 20:00
REVIEW: Havoc


Ein Review von Philip Ridley


Filminhalt

"Wir sind nichts weiter als gelangweilte Teenager", sagt Allison in die Kamera und zelebriert die bevorstehende Schlägerei als Event. Toby (Mike Vogel), Anführer der PLC Gang, schlägt den Kopf seines Gegners auf den Asphalt, immer wieder, bis die Cops eintreffen. Es sind Jugendliche aus Los Angeles’ Nobelviertel Pacific Palisades, die hier versuchen, eine Subkultur zu leben und sich dafür ihr eigenes Ghetto geschaffen haben. Weil sie sich einbilden, so ein "reales Leben" zu führen, im Gegensatz zum heuchlerischen Dasein ihrer reichen Eltern. Doch im wahren Ghetto, gelten andere Regeln. Die beiden verwöhnten Girls Allison (Anne Hathaway) und Emily (Bijou Phillips) sind hier nicht Willkommen, und finden sich in einem Sumpf voller Drogen und Gewalt wieder. Erst als es zu spät ist, bemerkt der mexikanische Drogendealer Hector (Freddy Rodriguez), dass er es nicht so weit hätte kommen lassen dürfen. Er sieht nur einen Ausweg, um die beiden wieder los zu werden...

Daten

Label:  e-m-s
VÖ-Datum:  31.08.2006
Genre:  Drama
Regie:  Barbara Kopple
Darsteller:  Anne Hathaway, Bijou Phillips, Shiri Appleby, Michael Biehn, Joseph Gordon-Levitt, Matt O’Leary, Freddy Rodriguez, Laura San Giacomo, Mike Vogel
FSK:  16
Laufzeit:  ca. 82 min.
Ton:  
  • Deutsch: Dolby Digital 5.1
  • Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel:  Deutsch
    Bildformat:  1.78:1 (anamorph)
    DVD-Typ:  1 x DVD-9
    Regionalcode:  2
    Verpackung:  Amaray Case
    Extras:  
  • Trailer zum Film
  • Sonstige Trailer
  • Bio-/Filmografien




  • Bewertung des Bildes

    Die Schärfe macht überwiegend einen ordentlichen Eindruck, hat aber hin und wieder kleinere Schwächen. Der Kontrast ist gut und macht damit einen ebenso guten Eindruck wie die satten Farben. Ab und zu kommt ein leichtes Hintergrundrauschen durch, welches sich aber in erträglichen Grenzen hält. Gelegentlich sind mal Dropouts zu beobachten, größere Verschmutzungen oder Fehler gibt es dagegen nicht.

    Wertung: 80 %

    Bewertung des Tons

    Großartige Effektorgien dürfte man bei diesem Drama wohl kaum erwarten. Die Soundkulisse wird bestimmt von viel Musik und den üblichen Umgebungsgeräuschen. Beide deutsche Versionen klingen aber auch nicht wirklich rundum gelungen, da die Mischung aus Dialogen und Musik bzw. Umgebungsgeräuschen nicht immer überzeugen kann. Die Synchronisation hilft da auch nicht weiter, da sie absolut lächerlich und unpassend geriet. Der Versuch den überzogenen Slang der Kids aus dem Original ins Deutsche zu übertragen, muß als gescheitert betrachtet werden.
    Die englische OF schwankt in ihrer Qualität. Mal klingt sie deutlich frontlastiger, da der Center das Geschehen dominiert und die hinteren Boxen im Gegensatz dazu viel zu leise sind, dann klingt sie etwas später besser als die deutschen Fassungen, weil die Umgebungsgeräusche lauter und ausgewogener abgegeben werden. Es gibt optionale deutsche Untertitel, die leider 1:1 von der Synchro abgeschrieben wurden.

    Wertung: 70 %

    Bonusmaterial

    Als Extras gibt es lediglich einen Trailer, sowie zwei Bio- bzw. Filmographien der beiden Hauptdarstellerinnen.

    Wertung: 20 %

    Fazit

    HAVOC (USA, 2005) will ein aufrüttelndes und schockierendes Drama über gelangweilte „rich kids“ sein. Das Resultat ist aber nur ein peinliches und befremdliches Märchen, wie sich der Kleinbürger die beiden Lebenswelten Reichtum oder Ghetto vorstellt. Das ist insofern erstaunlich, da die Regisseurin eine Oscar-gekrönte Dokumentarfilmerin ist, von der man eigentlich etwas besseres erwarten könnte. Sie erzählt von gelangweilten Kindern, die von ihrer Umwelt ignoriert werden und natürlich ihre Leere durch Drogen- und Alkoholmissbrauch zu füllen versuchen. Dazu kommt der infantile Versuch eine „Gangkultur“ aufzuziehen, in der alle wie in schlechten Hip Hop-Videos herumlaufen, gestikulieren oder sich in Straßenslang probieren. Bedauerlicherweise ist es aber so, dass sich die handelnden Figuren einfach nur schwachsinnig und unfreiwillig komisch bzw. einfach nur dämlich verhalten und damit ist es mit einer Identifikation nicht weit her. Schuld daran ist auch das Drehbuch, welches alle Figuren nur als eindimensionale Abziehbilder präsentiert. Das führt dazu, dass einem das Schicksal der Charaktere egal ist und man innerlich abschaltet. Also ob jeder, der nicht mit seinen Eltern redet durchdreht und jegliches Denken einstellt. HAVOC versteigt sich immer wieder in triviale Vorstellungen und plakative Argumente. Die Moral kommt mit dem Holzhammer und die Probleme, die hier als existenziell verkauft werden, sind absolut lächerlich und würden niemanden in das Verderben führen, der auch nur ansatzweise bei Verstand ist. Die „Bedrohung“ durch die Ghetto-Bewohner bleibt in Ansätzen stecken und wirkt gerade mal amüsant. Der Anteil an Sex und Gewalt ist so harmlos, dass man es auch im Nachmittagsprogramm ungestraft zeigen könnte. Für puritanische und verklemmte Amerikaner mögen die nackten Tatsachen schockierend sein, für Europäer ist das gezeigte Level eher langweilig. Der Schluß, der zwar nur angedeutet wird, soll bitterböse sein, ist aber nur ein letztes aufbäumen, vor dem Totalversagen des Filmes, denn er hilft einem auch nicht weiter. Der Film liegt hier als R-Rated-Version vor. Als RC 1 gibt es noch eine Unrated Version, die ca. 7 min länger ist und einige weitere explizite Szenen, in aller Regel sexueller Natur, bereithält. Diese Schnittfassung wurde allerdings vom Studio New Line erstellt und hat rein kommerzielle Gründe.
    Fazit: Regisseurin Barbara Kopple sollte sich auf das besinnen, was sie am besten kann: gute Dokus, denn HAVOC ist ganz einfach missraten. Letztendlich ist er zu harmlos und unrealistisch, pseudo-provokant und pseudo-sozialkritisch. Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.

    Gesamtwertung: 50 %

    Test-Equipment:  
    DVD-Player:  Panasonic DVD-RV 60
    TV-Gerät/Beamer:  Grundig MW 82-2690
    Verstärker:  Kenwood KRF-V 5010
    Front-Speaker:  Arcus Panorama ST
    Center-Speaker:  Arcus Panorama CT
    Rear-Speaker:  Arcus Panorama R
    Subwoofer:  Arcus Panorama SB


    Disclaimer:
    Die hier veröffentlichten Reviews geben die Meinung der jeweiligen Reviewer wieder, die nicht unbedingt mit der Meinung von DVD-live.de bzw. der Forkel & Trauth GbR übereinstimmen muß.


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