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REVIEW
    
Freitag, 06.10.2006 16:14
REVIEW: Basic Instinct 2


Ein Review von Philip Ridley


Filminhalt

Die attraktive Kriminalautorin Catherine Tramell (Sharon Stone) gerät nach 14 Jahren wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Diesmal in London. Und auch Scotland Yards charismatischer Kriminalpsychologe Dr. Michael Glass (David Morrissey) verfängt sich, wie damals sein Vorgänger Nick Curran, in ihrem gefährlichen Netz aus Sex, Lügen und tödlicher Raffinesse, als er den mysteriösen Tod eines Profi-Fußballers aufzuklären versucht. Ein mörderischer Machtkampf beginnt, der an seinem Höhepunkt angelangt ist, als Glass vor einer Entscheidung steht, die beider Leben grundlegend verändern kann...

Daten

Label:  Highlight Video
VÖ-Datum:  21.09.2006
Genre:  Thriller
Regie:  Michael Caton-Jones
Darsteller:  Sharon Stone, David Morrissey, David Thewlis, Charlotte Rampling, Hugh Dancy, Flora Montgomery, Indira Varma, Heathcote Williams
FSK:  16
Laufzeit:  ca. 111 min.
Ton:  
  • Deutsch: DTS
  • Deutsch: Dolby Digital 5.1
  • Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel (HG):  Deutsch für Hörgeschädigte
    Bildformat:  2.40:1 (anamorph)
    DVD-Typ:  1 x DVD-9
    Regionalcode:  2
    Verpackung:  Amaray Case
    Extras:  
  • Sonstige Trailer
  • Audiokommentar/e
  • Bio-/Filmografien
  • Making Of
  • Hinter den Kulissen
  • Pressekonferenz




  • Bewertung des Bildes

    Das Bild wurde, wie heutzutage üblich, einer massiven Manipulation unterworfen. Die Farben sind je nach Schauplatz verstärkt oder zurückgefahren worden und bieten jederzeit eine erstklassige Intensität und Wiedergabe. Die Schärfe ist überwiegend gut bis sehr gut und zeigt nur einige kleine Schwächen in der Detailzeichnung. Der Kontrast dagegen hat etwas gelitten. Mögen die Überstrahlungen in hellen Szenen noch ein gestalterisches und damit gewolltes Mittel sein, so ist der Schwarzwert in dunklen Szenen erschreckend. Über dem gesamten Film liegt ein grauer Schleier, der das Bild oft blass und ausgewaschen erscheinen lässt. Wenigstens zeigt sich so gut wie kein Hintergrundrauschen und Bildfehler irgendeiner Art sucht man vergeblich.

    Wertung: 75 %

    Bewertung des Tons

    Der Film ist eher einer der leisen Töne. Wenn die Lautstärke zunimmt und so etwas wie Raumklang aufkommt, liegt es in aller Regel an der Musik. Ab und zu kommen noch einige Umgebungsgeräusche und wenige Surroundeffekte dazu, aber insgesamt hält sich das Spektakel in Grenzen. Deutsche und Englische DD 5.1 sind sich ziemlich ähnlich und bewegen sich auf gleich hohem Niveau. Die deutsche DTS-Spur ist einen Hauch besser, aufgrund einer feineren Abmischung und einer besseren Dynamik. Es gibt optionale deutsche Untertitel.

    Wertung: 80 %

    Bonusmaterial

    Die Extras sehen auf den ersten Blick nach mehr aus, als sie bei näherer Betrachtung hergeben. Dreh- und Angelpunkt ist der Audio-Kommentar von Regisseur Michael Caton-Jones (ohne Untertitel), welcher informativ einiges zum Film und seiner Herstellung bietet. Das sogenannte Making of (ca. 21 Min.) entpuppt sich als Promo-Featurette aus dem TV, wie sie vor dem Kinostart läuft, welche keinerlei echte Infos bietet und lediglich zu einem Kinobesuch animieren soll. Dazu gibt es einen ‚Blick hinter die Kulissen’ (ca. 7 Min.), der allerdings genau die gleichen Bilder bietet wie das Making of. Ebenfalls vorhanden sind Aufnahmen von der Pressekonferenz in Berlin zur Premiere, welche voller inhaltsleerer Phrasen ist und zum Verständnis des Filmes nichts beiträgt. Abgerundet wird das Bonusmaterial durch einige Filmographien.

    Wertung: 50 %

    Fazit

    1992 überraschte Regisseur Paul Verhoeven mit seinem kontroversen Thriller BASIC INSTINCT, der sich recht bald zu einem Mythos entwickelte, und der allzu oft (und unverdient) auf die berühmt-berüchtigte Verhör-Szene reduziert wurde. Nun folgt 14 Jahre später mit BASIC INSTINCT 2 (USA, GB, 2006) ein überflüssiger Nachfolger, dessen Entstehungsgeschichte sicher spannender und interessanter ist, als das Endergebnis selbst. Doch woran liegt das? Das fängt mit einem blassen Nebendarsteller wie David Morrissey an, der sich kaum bis gar nicht gegen Sharon Stone behaupten kann und selbst Größen wie der immer gern gesehene David Thewlis oder Charlotte Rampling haben ihr nicht viel entgegenzusetzen und bleiben massiv unterfordert. Der ganze Film mutiert zu einer One Woman Show, die sich in einer endlosen Kostümparade und einer reinen Frisurenshow erschöpft (in jeder Szene neu) und irgendwie wird einem bewusst, dass Sharon Stone ihren Höhepunkt wohl längst überschritten hat und nur noch einem Image nachläuft bzw. jedem beweisen will, mit über 40 noch den Status der Femme Fatale verkörpern zu können. Leider besteht das Spiel von Stone aus den ewig gleichen manierierten Blicke und Gesten, die zu einer langweiligen Eindimensionalität verkommen und teilweise sogar lächerlich bis unfreiwillig komisch sind. Das Drehbuch ist der Rede nicht wert, spult es doch quasi die gleichen Handlungselemente wie schon der Vorläufer ab, was den Film so natürlich immer wieder vorhersehbar macht. Es geht wieder einmal um Manipulation, Verführung, Täuschung und Machtspiele. Dazu gibt es noch mehr Sexszenen, die dazu wesentlich plakativer in Szene gesetzt wurden. Die vorliegende Fassung entspricht dabei der Unrated-Version, dürfte aber Europäern nur ein müdes Lächeln abgewinnen, da man hier kaum mehr sieht, als in anderen normalen bzw. durchschnittlichen europäischen Filmen. Von Provokation, Tabubruch oder grenzwertigen Einlagen ist nichts zu sehen. Lediglich die Bildgestaltung kann einige Akzente setzen und präsentiert sich dieses Mal statt strahlend hell wie im ersten Teil, nun dunkel und düster und bietet mit London zumindest einen ganz ordentlichen Schauplatz, der diverse interessante Locations und Motive zu bieten hat.
    Man muß schon sagen, man vermisst schmerzlich Paul Verhoeven, Jan De Bont, Joe Eszterhas und Michael Douglas, denn neben dem rezeptionsästhetischem Kalkül, war der erste Teil auch eine wunderbare Hommage an Alfred Hitchcock, da Verhoeven den Film ganz bewusst als Vexierspiel an Werke wie VERTIGO oder NORTH BY NORTHWEST (Der Unsichtbare Dritte) angelegt hat. Das Sequel jedoch trennt jedoch Welten von seinem unerreichbaren Original, denn die Inszenierung mag handwerklich solide sein und für einen mittelmäßigen Thriller ausreichend sein, doch im unvermeidbaren Vergleich mit dem Original bleibt nichts als Enttäuschung und gepflegte Langeweile.

    Gesamtwertung: 50 %

    Test-Equipment:  
    DVD-Player:  Panasonic DVD-RV 60
    TV-Gerät/Beamer:  Grundig MW 82-2690
    Verstärker:  Kenwood KRF-V 5010
    Front-Speaker:  Arcus Panorama ST
    Center-Speaker:  Arcus Panorama CT
    Rear-Speaker:  Arcus Panorama R
    Subwoofer:  Arcus Panorama SB


    Disclaimer:
    Die hier veröffentlichten Reviews geben die Meinung der jeweiligen Reviewer wieder, die nicht unbedingt mit der Meinung von DVD-live.de bzw. der Forkel & Trauth GbR übereinstimmen muß.


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