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REVIEW
    
Montag, 12.09.2005 10:55
REVIEW: Pusher


Ein Review von Philip Ridley


Filminhalt

Drogendealer Frank plant einen großen Deal mit Dope, das er nicht bezahlt hat. Die Polizei kommt dazwischen und Frank versenkt den Stoff im See. Seinem Lieferanten Milo schuldet er jetzt eine Menge Kohle, die er innerhalb von wenigen Tagen auftreiben muss. In der Unterwelt von Kopenhagen versucht Frank verzweifelt an Geld zu kommen, während Milos Jungs ihm schon auf den Fersen sind ...

Daten

Label:  Galileo Medien
VÖ-Datum:  08.09.2005
Genre:  Drama
Regie:  Nicolas Winding Refn
Darsteller:  Kim Bodnia, Mads Mikkelsen, Zlatko Buric, Laura Drasbaek, Slavko Labovic, Peter Anderson, Thomas Bo Larsen
FSK:  16
Laufzeit:  ca. 105 min.
Ton:  
  • Deutsch: Dolby Digital 5.1
  • Dänisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel:  Deutsch
    Bildformat:  (16:9) 1.66:1 anamorph
    DVD-Typ:  1 x DVD-9
    Regionalcode:  2
    Verpackung:  Amaray Case
    Extras:  
  • Trailer zum Film
  • Audiokommentar/e
  • Making Of
  • Trailer für PUSHER 2




  • Bewertung des Bildes

    Der auf 16 mm gedrehte Film zeigt eine naturgemäße Körnigkeit. Ein teils deutliches Rauschen ist ebenso zu sehen wie die recht starken Nachzieheffekte. Der Kontrast ist mangelhaft, in dunklen Szenen fehlt es an Details, da ist oftmals nicht viel zu erkennen. Auch die Schärfe hat hin und wieder deutliche Schwächen. Die etwas blass wirkenden Farben stehen eher für ein stilistisches Ausdrucksmittel als für einen Fehler. Auffällig sind viele kleinere Verschmutzungen, Kratzer und Dropouts.

    Wertung: 65 %

    Bewertung des Tons

    Auffällig ist die Frontlastigkei beider Spuren. Es gibt so gut wie keine Umgebungsgeräusche und die meiste Zeit bleiben die hinteren Boxen absolut still. Nur wenn Musik eingesetzt wird, erwachen die Rears zum Leben und liefern dann eine solide Arbeit ab. Beide Fassungen rauschen leicht, die deutsche sogar etwas mehr als die OF. Es gibt optionale deutsche Untertitel.

    Wertung: 70 %

    Bonusmaterial

    Extras sind: ein Trailer und ein Making of (Dänisch . dt. UT, ca. 27 min), welches schon einiges an Informationen liefert. Glanzpunkt ist aber der Audiokommentar (Engl. m. dt. UT) des Regisseurs mit Bill Lustig (der von Anchor Bay bzw. Blue Underground, deswegen wurde der AK von der US-DVD übernommen). Dieses Feature ist hochinteressant und voll von wissenswertem rund um den Film und seinem Macher. Absolut hörenswert. Abgerundet wird das Ganze mit einem Trailer zur Fortsetzung PUSHER 2, der demnächst erscheinen wird.

    Wertung: 100 %

    Fazit

    Basierend auf dem gleichnamigen Kurzfilm, wurde PUSHER (Dänemark 1996) nach Sichtung und anfallendem Interesse eines Produzenten zu einem Langfilm (16 mm Low Budget) ausgebaut, das gleichzeitig das Spielfilmdebüt des damals völlig ahnungslosen Nachwuchsregisseurs ohne jeglichen filmischen Hintergrund war. Kommen wir aber zunächst zu den schlechten Nachrichten. Der Film ist meiner Ansicht nach etwas zu lang und stellenweise zu geschwätzig. Dieses Gequatsche, welches auch noch zu Anfang reichlich vulgär daherkommt, neigt schnell zum langweilen, weil der Inhalt bar jeder Substanz bleibt (weder Co-Autor noch Regisseur sind Quentin Tarantino, dessen geschliffene Dialoge bekanntermaßen viel Esprit versprühen). Ein anderer Kritikpunkt sind die vielen Szenen, in denen der Zuschauer den Protagonisten bei recht sinnlosen Handlungen zuschauen muß, die weder der Story auf die Sprünge helfen, noch dem Charakter mehr Tiefe verleihen. Das bremst das Tempo empfindlich. Der Film könnte etwa 15 Minuten kürzer sein und würde dann weitaus mehr gefallen, als er es jetzt tut. Der Film wird laut Cover in die Post-Tarantino-Ecke gestellt, aber nichts könnte falscher sein. Er gehört auch nicht zu den eher amüsanten Actionkomödien á la IN CHINA ESSEN SIE HUNDE oder OLD MEN IN NEW CARS. Nein, PUSHER ist ein Gangsterdrama, der den unaufhörlichen Abstieg seines Protagonisten aufzeigt. Hier geht’s knallhart zu, inklusive einer wenig erbaulichen Folterszene, und das ganze Umfeld ist düster und trostlos.
    Doch es gibt natürlich positives zu berichten. PUSHER ist definitiv interessant, vielschichtig und komplexer gestaltet, als es auf den ersten Blick aussieht. In seinen besten Momenten ist er intensiv und faszinierend, was sicher auch an der Präsenz des Hauptdarstellers Kim Bodnia (IN CHINA..., OLD MEN IN ..., NIGHTWATCH, u.a.) liegt. Sein Gesicht spricht Bände und die wortlosen Augenblicke (siehe im Vergleich dazu die zugetexteten Szenen) sind präzise gespielt. Sein Gangster ist unsicher, distanziert und äußerst ambivalent. Seine unausgesprochene und hilflose Liebe steht im krassen Gegensatz zu den zahlreichen urplötzlichen Gewaltausbrüchen. Der Stil des Filmes wurde kompromißlos auf Realität getrimmt, was zu seiner beklemmenden Atmosphäre beiträgt (fast vollständig mit Handkamera gefilmt, immer nah am Geschehen, eben Doku-Stil in Vollendung).
    PUSHER ist ein guter Film und hätte mit etwas Straffung ein ganz großer Wurf sein können. Aber manchmal kann man eben nicht alles haben. Empfehlenswert ist er allemal und den jungen Regisseur sollte man mal im Auge behalten. Da wird sicher noch einiges von Interesse kommen (seine nachfolgenden Filme wie BLEEDER oder FEAR X haben es bislang auch noch nicht nach Deutschland geschafft).

    Gesamtwertung: 75 %

    Test-Equipment:  
    DVD-Player:  Panasonic DVD-RV 60
    TV-Gerät/Beamer:  Grundig MW 82-2690
    Verstärker:  Kenwood KRF-V 5010
    Front-Speaker:  Arcus Panorama ST
    Center-Speaker:  Arcus Panorama CT
    Rear-Speaker:  Arcus Panorama R
    Subwoofer:  Arcus Panorama SB


    Disclaimer:
    Die hier veröffentlichten Reviews geben die Meinung der jeweiligen Reviewer wieder, die nicht unbedingt mit der Meinung von DVD-live.de bzw. der Forkel & Trauth GbR übereinstimmen muß.


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